Wie desinfiziert man Leder?
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Leder ist ein edles Material, das besonders lange halten kann, wenn es richtig gepflegt wird. Deine Tasche oder ein anderes Lederaccessoire zu desinfizieren ist daher wichtig, um die Lebensdauer zu verlängern und vor bestimmten Viren wie COVID-19 zu schützen.
Unsere Taschen kommen im Laufe ihres Lebens mit zahlreichen Keimen, Bakterien und Viren in Kontakt – mit bloßem Auge nicht erkennbar. Da das Coronavirus weltweit präsent ist, ist es wichtig, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Besonders bei der Pflege deiner Accessoires. Du fragst dich vielleicht, wie man Leder desinfiziert.
Unsere Lederteile begleiten uns überall hin. Wir nehmen sie mit auf unsere täglichen Abenteuer. Daher ist es wichtig, sie regelmäßig zu desinfizieren. Vor allem, wenn sie mit Personen in Kontakt waren, die ein Virus tragen könnten. Auch wenn wir es wissen, haben wir Angst, unsere Taschen durch falsche Desinfektion zu beschädigen.
Keine Sorge! In diesem Artikel sehen wir uns im Detail an, warum es wichtig ist, deine Lederausrüstung zu desinfizieren, wie du deine Lederaccessoires desinfizierst und wie du der Verbreitung des Coronavirus vorbeugen kannst.
Übersicht
- 1. Wie desinfiziert man Leder?
- Wie wichtig ist es, Leder zu desinfizieren?
- Desinfektion in der Geschichte
- Desinfektion und Wissenschaft
- Wie desinfizierst du deine Lederaccessoires und mit welchen Hilfsmitteln?
- Weitere Desinfektionstechniken
- 2. Wie reinigst du deine Lederaccessoires vom Coronavirus
- Wie lange überlebt das Virus auf Oberflächen?
- Wie entfernt man Coronaviren von Lederoberflächen und mit welchen Hilfsmitteln?
- 3. Tipps zum Reinigen und Desinfizieren deiner Lederaccessoires
- Fazit
I. Wie desinfiziert man Leder?
Wie wichtig ist es, Leder zu desinfizieren?
Unsere Lederaccessoires können dank ihrer natürlichen Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb, Feuer, Risse oder Durchstiche einiges aushalten. Doch kein Material ist fehlerfrei. Wenn ein guter Lederrucksack jahrelang halten kann, hält er noch länger, wenn er regelmäßig desinfiziert wird.
Leder ist ein uraltes Material, das in vielen Bereichen Verwendung findet, vor allem in Kleidung und Dekoration. Es wird aus der Haut eines Tieres hergestellt, oft aus der Haut großer Säugetiere wie Rind oder Schwein, auch wenn es weitere Tierhäute gibt. Wie alle tierischen Materialien ist auch dieses anfällig für Beschädigung oder Infektion.
Eine Kontamination passiert, wenn du mit kontaminierten Objekten oder Oberflächen in Kontakt kommst. Der einzige Weg, eine Kontamination zu vermeiden, ist die regelmäßige Reinigung und Desinfektion deiner Lederaccessoires.
Hinzu kommt: Ein paar hartnäckige Flecken können das gesamte Erscheinungsbild eines Lederaccessoires ruinieren. Vor allem, wenn es nicht richtig behandelt oder gereinigt wird. Lerne mit diesen einfachen Anleitungen zur Lederpflege, wie du die Qualität und Schönheit deiner Tasche (oder eines anderen Lederteils) über Jahre erhältst.
Übrigens: Sobald ein Fleck auftritt, reinige ihn so schnell wie möglich. Je schneller du reagierst, desto höher die Chance, ihn vollständig zu entfernen.
Jetzt weißt du, warum es wichtig ist, deine Stücke zu pflegen. Werfen wir nun einen Blick darauf, wie der Desinfektionsprozess funktioniert, um besser zu verstehen, was passiert, wenn du deine Lederteile reinigst.
Desinfektion in der Geschichte
Desinfektion ist eine vorbeugende Maßnahme, die darauf abzielt, eine Infektion zu stoppen oder zu verhindern. Die ältesten bekannten Hinweise auf Desinfektion stammen aus Europa um 800 v. Chr. während der Pestepidemien. Historisch betrachtet war die älteste Form der Desinfektion das Abkochen von Wasser, um Keime abzutöten.
Das Konzept ansteckender und übertragbarer Krankheiten entwickelte sich über die Jahrhunderte, zunächst durch intuitives Wissen, das sich in der Literatur wiederfindet:
- Ausräucherung medizinischer Instrumente durch indische Chirurgen
- Alexanders des Großen Heer trank ausschließlich abgekochtes Wasser
- Aristoteles trank abgekochtes Wasser, und Odysseus verbrannte in der Odyssee Schwefel
- Hippokrates befürwortete das Händewaschen
Dieses intuitive Wissen wurde nach und nach durch wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt, die mit Renaissance und Fortschritt einhergingen:
- Entdeckung des Zusammenhangs zwischen Fäulnis und bestimmten Krankheiten (Boyle – 1600)
- erste Beobachtung von Bakterien (van Leeuwenhoek 1676)
- Senkung der Sterblichkeit von Wöchnerinnen in Wien um 90 % durch Händewaschen mit Kalkwasser (Ignaz Semmelweis – 1848)
- Begründung der antiseptischen Operationsmethode (Joseph Lister – 1865)
- Herstellung des Zusammenhangs zwischen Infektionskrankheiten und Antiseptik, Desinfektion und Sterilisation (Pasteur, Koch)
Bis ins 18. Jahrhundert und der Entdeckung der Rolle von Mikroorganismen wurden zahlreiche Desinfektionsmethoden entwickelt. Sie lassen sich in 3 Hauptkategorien einteilen:
- chemische Desinfektion mithilfe von Quecksilber, Kupfer oder Schwefelderivaten
- physikalische Desinfektion durch Filtration, Verbrennung oder Hitzeeinwirkung
- biologische Desinfektion durch Vergrabung und organischen Abbau durch Lebewesen

Desinfektion und Wissenschaft
In der Praxis funktioniert Desinfektion so: Das Desinfektionsmittel löst nach und nach die schützende Fettschicht rund um das Virus auf, das daraufhin zerfällt.
Der Begriff Desinfektion ist weit gefasst und umfasst 5 verschiedene Begriffe:
- Bakterizid: Mittel, das Bakterien abtötet
- Levurizid: Mittel, das Hefen abtötet
- Fungizid: Mittel, das Pilze abtötet
- Sporizid: Mittel, das Bakteriensporen abtötet
- Viruzid: Mittel, das Viren abtötet
Wichtig zu verstehen: Eine Desinfektion tötet ausschließlich die Mikroorganismen ab, die während des Vorgangs vorhanden sind. Aus diesem Grund sollten kontaminationsgefährdete Bereiche regelmäßig desinfiziert werden.
Beim Desinfizieren kann es zu 3 Wirkungen kommen:
- Hemmung des Keimwachstums
- letale Wirkung auf Keime und Mikroben
- Verhinderung der Wiederbesiedelung der gereinigten Oberfläche durch Keime
Bevor wir tiefer einsteigen, fragst du dich vielleicht, was der Unterschied zwischen Dekontamination, Desinfektion und Sterilisation ist.
- Dekontamination ist ein Verfahren, das die Anzahl von Mikroben auf ein als sicher geltendes Niveau reduzieren oder beseitigen soll (also gemäß Gebrauchsstandards).
- Desinfektion ist das Abtöten infektiöser Keime außerhalb des Körpers, auf der Körperoberfläche.
- Sterilisation ist die vollständige Beseitigung von Mikroorganismen auf einem kontaminierten unbelebten Bereich. Anders als Dekontamination und Desinfektion ist die Sterilisation nicht auf die Anwendungsdauer beschränkt.
Jetzt bist du Experte für Desinfektion.
Schauen wir uns nun an, wie du Leder richtig desinfizierst, ohne es zu beschädigen.
Wie desinfizierst du deine Lederaccessoires und mit welchen Hilfsmitteln?
Der erste Schritt zur richtigen Desinfektion von Leder ist die Wahl der passenden Hilfsmittel.
Ideal ist ein Mikrofasertuch, das das Leder nicht zerkratzt. Wenn du kein Mikrofasertuch hast, kein Problem: ein sauberes Tuch, ein altes T-Shirt oder ein Geschirrtuch tut es ebenfalls.
Jetzt, da du weißt, womit du wischen sollst, musst du wissen, welches Reinigungsmittel du verwenden kannst.
Während Isopropylalkohol hervorragend zum Reinigen vieler Teile am Auto eignet, ist Brennspiritus nicht zu empfehlen für Leder, da er es entfärben kann.
Außerdem kann Alkohol das Leder mit der Zeit beschädigen, indem er ihm Feuchtigkeit entzieht. Manche Lederteile sind zudem mit einer dünnen Schutzschicht versehen, um Verfärbungen vorzubeugen – Isopropylalkohol greift diese Beschichtung an und kann sogar die Farbe abtragen.
Wir raten ebenfalls davon ab, dein Leder mit Desinfektionstüchern oder -sprays zu reinigen, da dies das Finish deines Leders beschädigen kann.
Auch von Javelwasser (Chlorbleiche), Wasserstoffperoxid oder anderen scheuernden Reinigungsmitteln solltest du aus denselben Gründen die Finger lassen.
Wenn ich dir sage, dass das beste Reinigungsmittel bereits in deinem Zuhause ist, oft günstig und sehr leicht zu finden –
Seife ist die beste Wahl, um Leder zu desinfizieren.
Warum Seife? Leder besteht aus dem gleichen Material wie deine Haare. Wenn du etwas nicht in deine Haare geben würdest, ist es vermutlich auch schlecht für das Leder.
Seife ist ideal, weil sie die Lipid-Doppelschicht (Fett) der meisten Viren aufbricht, die Fettmembran auflöst und die Keime abtötet. Außerdem ist Seife im Vergleich zu den genannten Optionen deutlich schonender für Leder.
Es gibt eine Ausnahme: Verwende keine Sattelseife. Diese Seife eignet sich hervorragend für Sattelpflege, ist aber nicht geeignet für weiche Leder (Rucksäcke, Polstermöbel, Mäntel ...).
Konkret heißt das: Befeuchte die Stelle leicht und reibe sie sanft kreisförmig mit Seife für 15 bis 20 Sekunden ein, dann mit einem Mikrofasertuch nachwischen. Wenn du Sorge hast, dein Lederaccessoire zu beschädigen, kannst du auch tupfen, um nicht zu stark zu reiben. Vermeide überschüssigen Schaum und Wasser. Das Leder wird dunkler, sobald das Wasser einzieht, sollte aber normal trocknen, ohne Flecken zu hinterlassen.
Das ist aber noch nicht alles. Leder ist wie die meisten Naturmaterialien anfällig für Trockenheit. Es kann an Geschmeidigkeit verlieren und Risse bekommen, wenn es seine natürlichen Öle verliert. Daher empfiehlt es sich, ein Pflegemittel aufzutragen, um die Austrocknung zu reduzieren.
Zur Zusammenfassung:
- Verwende vorzugsweise ein Mikrofasertuch.
- Verzichte auf Isopropylalkohol, Desinfektionssprays oder Javelwasser.
- Nutze Seife und Wasser, um das Leder zu desinfizieren.
- Reibe nicht zu kräftig über die zu desinfizierende Oberfläche.
- Vermeide überschüssiges Wasser und Schaum.
Auch wenn die obigen Anweisungen für die meisten Leder gelten, gibt es verschiedene Lederarten, die nicht alle auf gleiche Weise gereinigt werden können.
Weitere Desinfektionstechniken:
Nicht jedes Leder kann Wasser aufnehmen. Bevor du es mit Wasser reinigst, prüfe daher, ob es saugfähig ist.
Befeuchte dafür eine unsichtbare Stelle des Leders leicht mit ein paar Tropfen Wasser und warte einige Minuten. Zieht das Wasser ein, ist dein Leder nicht wassersaugend.
In diesem Fall kannst du das Problem an der Wurzel angehen und dein Leder imprägnieren mit einem hochwertigen Imprägniermittel. Zwei bis drei Anwendungen pro Jahr beugen langfristig Feuchtigkeit und Flecken vor und schützen das Material zudem ordentlich.
Imprägnieren ist nicht die einzige Option: Du kannst dein Lederaccessoire auch absaugen, sofern dein Staubsauger mit einem HEPA-Filter ausgestattet ist. HEPA steht für High Efficiency Particulate Air und bezeichnet einen Filter, der sehr kleine Partikel zurückhalten kann (etwa 0,3 Mikrometer, also 0,3 Tausendstel Millimeter). Das ist eine wichtige Voraussetzung, da herkömmliche Staubsauger zwar grobe Staubpartikel aufnehmen, kleinere jedoch durchlassen. Viren wie COVID-19 sind besonders klein, weshalb ein HEPA-Filter deutlich wirksamer ist.
Hättest du erwartet, beim Lesen dieses Artikels etwas über Staubsauger zu lernen?
Staubsaugen ist eine gute Option, weil Viren nicht besonders gut haften – das ist auch der Grund, warum sich das Coronavirus so leicht verbreitet. Diese Methode funktioniert übrigens auch bei anderen Materialien, nicht nur Leder.
Um die alternativen Methoden zur Lederdesinfektion abzuschließen: Du kannst auch Lederpflegetücher oder Babytücher verwenden. Sie entfernen Staub, einige Viren und verleihen dem Leder einen leichten Glanz. Aber glänzend bedeutet nicht sauber – sie reinigen nicht wirklich und spenden der behandelten Stelle keine Feuchtigkeit.
Wenn dein Leder wasserfest ist, nutze Seife und Wasser, wie wir gerade gesehen haben.
Jetzt, da du genau weißt, wie man Leder desinfiziert, schauen wir uns die Tipps an, um speziell das Coronavirus loszuwerden.
2. Wie reinigst du deine Lederaccessoires vom Coronavirus
Das Coronavirus ist nun seit über einem Jahr in unserem Alltag präsent. Laut der Weltgesundheitsorganisation empfehlen Gesundheitsexperten dringend, zur Eindämmung des Virus regelmäßig die Hände zu waschen und Masken zu tragen sowie exponierte Gegenstände zu desinfizieren, bevor sie wieder ins Haus kommen.
Wie lange überlebt das Virus auf Oberflächen?
Je nach Oberfläche, auf der sich das Virus befindet, überlebt es nicht immer gleich lang.
COVID-19 ist je nach Material unterschiedlich widerstandsfähig. COVID-19 kann überleben:
- bis zu 4 Stunden auf Kupfer
- bis zu 24 Stunden auf Karton
- bis zu 48 Stunden auf Edelstahl
- bis zu 72 Stunden auf Kunststoff
Glücklicherweise lebt das Virus auf porösen Oberflächen wie Leder oder Holz nicht besonders lange, da die kleinen Poren oder Zwischenräume die Mikroben einfangen und ihre Verbreitung verhindern. Das heißt aber nicht, dass du Leder nicht desinfizieren musst.
Wie entfernt man Coronaviren von Lederoberflächen und mit welchen Hilfsmitteln?
Die meisten oben besprochenen Tipps zur Lederdesinfektion eignen sich auch, um das Coronavirus von Lederoberflächen zu entfernen. Es gibt jedoch weitere Tipps und Kniffe, die speziell bei COVID-19 Anwendung finden.
Zunächst empfehle ich dir, Türen und Fenster offen zu lassen, um eine bessere Luftzirkulation zu ermöglichen. Wann immer möglich, lege deine Accessoires und anderen Lederteile nach draußen in die Sonne, damit die Luft noch besser zirkulieren kann. Luftzirkulation ist wichtig, weil das Virus, wie wir im Abschnitt zu Staubsaugern gesehen haben, nicht besonders gut haftet. Auch das Erhöhen der Raumtemperatur kann helfen, die gelartige Hülle des Virus auszutrocknen.
Beim Reinigen von Leder gilt: Seife und Wasser nutzen. Die Seife tötet das Virus, ebenso wie die Reibung beim Wischen – so geben wir dem verdammten Virus keine Chance. Der Unterschied zum vorherigen Ratschlag: Ich empfehle, das Leder mit einem sehr warmen Tuch abzureiben, um die Chance, alle Keime abzutöten, zu erhöhen.
Nach dem Waschen deines Lederteils kannst du einen Föhn verwenden, halte ihn aber unbedingt mindestens 30 cm entfernt, um das Lederaccessoire nicht zu beschädigen.
Falls dein Leder jedoch nicht wasserfest ist, halte dich an die Tipps für nicht saugfähiges Leder, um Schäden zu vermeiden.

3. Tipps zum Reinigen und Desinfizieren deiner Lederaccessoires
Für alle, die nicht den ganzen Artikel gelesen haben, hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Tipps.
- Lass Türen und Fenster offen oder lege deine Lederrucksäcke und anderen Lederstücke nach draußen in die Sonne.
- Stelle sicher, dass dein Leder saugfähig ist, bevor du es befeuchtest.
- Verwende vorzugsweise ein Mikrofasertuch.
- Verzichte auf Isopropylalkohol, Desinfektionssprays oder Javelwasser.
- Nutze Seife (keine Sattelseife) und warmes Wasser.
- Reibe nicht zu kräftig über die zu desinfizierende Oberfläche.
- Vermeide überschüssiges Wasser und Schaum.
- Trockne die Stücke mit einem Föhn aus mindestens 30 cm Entfernung.
- Und zum Schluss: Wasch dir die Hände, nachdem du dein Leder desinfiziert und gereinigt hast.
Fazit
Behalte im Hinterkopf: Die meisten Experten empfehlen, Ledermöbel etwa einmal im Monat zu reinigen. Und bedenke: Im aktuellen hygienischen Kontext ist es immer besser, einmal zu viel Leder zu reinigen, wenn es relativ sauber ist, als zu wenig. Niemand wird je sagen: „Mist, ich hätte mein Leder nicht desinfizieren sollen.“
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